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Devisen im Fokus – Euro gegen den US-Dollar unter Druck

Devissen, Forx, EUR/Dollar, EUR/USD

Der Euro ist am gestrigen Donnerstag (08.03.) an den Devisenmärkten massiv unter Druck geraten und hat unter anderem gegen den US-Dollar seine bereits seit Wochen intakte Handelsspanne über einen abwärtsgerichteten Ausbruch aufgelöst. Damit könnten der Gemeinschaftswährung nun weitere ungemütliche Handelstage ins Haus stehen.

Während zum Zeitpunkt unserer letzten Kommentierung zu EUR / USD an dieser Stelle noch die Handelsspanne 1,13 US-Dollar bis 1,15 US-Dollar intakt war und der Euro noch vergleichsweise stabil wirkte, änderte sich das Bild gestern schlagartig. Im Fokus des Marktes stand die gestrige EZB-Sitzung nebst Leitzinsentscheidung und begleitenden Kommentaren.  Bevor wir detaillierter auf die gestrige EZB-Sitzung eingehen, noch ein Blick auf die aktuellen Konjunkturdaten für die Eurozone. Insbesondere die Daten zum Bruttoinlandsprodukt sorgten am gestrigen Donnerstag für eine gewisse Ernüchterung.

Den Euro zum Abrutschen brachten jedoch die Ereignisse rund um die EZB-Sitzung. Das Ganze war zudem aus charttechnischer Sicht mit dem Verlust der eminent wichtigen Unterstützung von 1,13 US-Dollar verbunden, was wiederum eine entsprechende Bewegungsdynamik kreierte. Wir haben die Situation einmal mit Hilfe eines 5-Tages-Charts auf Stundenbasis dargestellt.

Bereits in den letzten Handelstagen neigte der Euro insbesondere gegen den US-Dollar zu einer leichten Schwäche und dokumentierte damit ein gewisses Unbehagen unter Markteilnehmern. Entsprechend wurde die gestrige EZB-Sitzung auch mit Spannung erwartet. All jene, die mit einer gehörigen Portion Skepsis den Auftritt der EZB-Währungshüter erwartet hatten, sahen sich dann bestätigt. Mit Blick auf ihre zurückgenommene Erwartungshaltung in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflation in der Eurozone schnürte die EZB ein Maßnahmenpaket. Um dem Ganzen entgegenzusteuern, will die EZB den Leitzins nun bis mindestens Ende 2019 auf dem aktuellen Niveau belassen und so ihre Nullzinspolitik der letzten Jahre fortsetzen. Zudem bleiben die Geldschleusen weiter geöffnet. Die Reaktionen insbesondere am Devisenmarkt fielen entsprechend aus, denn sowohl vom Umfang des Maßnahmenpaktes her als auch vom Zeitpunkt wurde ein Großteil der Marktteilnehmer überrascht. Der Euro wurde auf Talfahrt geschickt und löste zudem mit dem Unterschreiten der 1,13er Marke ein massives Verkaufssignal aus.  In einer ersten Reaktion sackte der Euro ab und konnte sich erst unterhalb von 1,12 US-Dollar wieder fangen.

 

Mit aktuell 1,12 US-Dollar deutet sich aber unverändert charttechnisches Ungemach an, denn auch das Bewegungstief aus dem November vergangenen Jahres (1,122 US-Dollar) wurde bereits leicht unterschritten. Sollte sich dieser Bruch manifestieren, würden aus charttechnischer Sicht weitere Abgaben bis in den Bereich von 1,11 US-Dollar oder gar 1,10 US-Dollar drohen. Mit anderen Worten: Die nächsten Handelstage werden für den Euro nicht einfach. An dieser Stelle sei zudem noch einmal an den heutigen US-Arbeitsmarktbericht für Februar erinnert, der durchaus das Potential haben könnte, weitere Impulse auf EUR/USD auszuüben.


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