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Land unter im S&P 500

Der gestrige Mittwoch war für die Aktienmärkte ein gebrauchter Tag und das ist noch wohlwollend formuliert, denn es kam im weiteren Tagesverlauf vor allem im US-Handel dann knüppeldick. Wer noch eines (dezenten) Hinweises bedurfte, dass die Aktienmärkte vor einer heißen Phase stehen könnten, bekam diesen gestern exklusiv geliefert.

Wir hätten die heutige (15.08.) Kommentierung auch gut und gern mit „Alles für die Katz‘ “ überschreiben können, denn die Kursgewinne vom Dienstag, die durch eine vermeintliche Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China initiiert wurden, lösten sich gestern in Luft auf. Die deutlichen Kursverluste vom Mittwoch könnten zudem Vorboten einer kräftigen Korrektur sein. Dieses sollte man nicht ausblenden, dennoch gilt es natürlich in erster Linie, Ruhe zu bewahren und die aktuelle Situation mit Bedacht einzuschätzen.

Die nüchternen Zahlen von gestern. Der S&P 500 verlor fast 3 Prozent oder knapp 86 Punkte. Auch wenn die Verluste in Punkten ausgedrückt vergleichsweise bedrohlich wirken sollten, so sind sie prozentual durchaus noch im Rahmen. Da gab es schon ganz andere Handelstage… Aber wie gesagt, es könnte sich bei den gestrigen Verlusten auch um Vorboten einer Korrektur handeln.

Gestern baute sich eine beachtliche Drohkulisse auf. Die enttäuschenden deutschen und vor allem chinesischen Konjunkturdaten wurden noch vergleichsweise gut weggesteckt; auch wenn sie die (globalen) Konjunktursorgen weiter befeuerten. Die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf neue Bewegung im Handelsstreit zwischen den USA und China bekamen dann allerdings von US-Seite in Person des US-Handelsministers Ross einen Dämpfer verpasst. Am Dienstag klammerten sich die Aktienmärkte noch an die vermeintliche Entspannung im Handelskonflikt. Trump hatte die Einführung neuer Strafzölle, die eigentlich ab September gelten sollten, verschoben. Nun also der Dämpfer. Doch damit nicht genug. Die Entwicklung am US-Anleihemarkt trieb den Anlegern dann endgültig die Schweißperlen auf die Stirn, denn hier waren die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen niedriger als die Rendite der zweijährigen. Dieser Verlauf wird als ein wichtiges Warnsignal in Bezug auf eine möglicherweise heraufziehende Rezession in den USA bewertet.

Neben der Gemengelage mit ihren geopolitischen und wirtschaftlichen Brandherden kommt nun auch noch ein Aspekt hinzu, der nicht unerwähnt bleiben sollte. Ein baldiges Korrekturszenario würde durchaus ins saisonale Muster passen. Vor allem die Monate September und Oktober gelten nicht unbedingt als die lauschigsten Börsenmonate… Wir hatten aus charttechnischer Sicht in zurückliegenden Kommentaren immer wieder die Zone 2.800 Punkte als wichtige Unterstützung thematisiert. Es sieht ganz danach aus, dass sie ihre Relevanz in Kürze unter Beweis stellen muss. Aktuell (per Schlusskurs 14.08.) notiert der S&P 500 bei 2.840 Punkten. Sollte es unter die 2.800er Marke gehen, würde mit der Zone um 2.730 Punkte (Juni-Tief) eine weitere wichtige Unterstützung warten. Eine rasche Rückkehr über die 2.900er Marke würde dem S&P 500 immerhin eine Atempause ermöglichen.

(S&P 500® ist eine eingetragene Marke von Standard & Poor‘s Financial Services, LLC)

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