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Tage der Wahrheit am Devisenmarkt – USD, EUR, GBP im Fokus

Devissen, Forx, EUR/Dollar, EUR/USD

Nun kann man dem Devisenmarkt eine gewisse Grundspannung generell nicht absprechen, spiegeln sich doch hier globale politische und wirtschaftliche Entwicklungen wider und führen mitunter zu größeren Bewegungen oder gar Verwerfungen. In den nächsten Tagen könnte aber in puncto Spannung noch einmal eine Schippe draufgelegt werden.

Blicken wir zunächst nach Großbritannien. Noch heute (Dienstag, 23.07.) wollen die britischen Konservativen den Nachfolger von Theresa May bekanntgeben. In den letzten Tagen (und Wochen) hat sich immer deutlicher herauskristallisiert, dass es wohl Boris Johnson werden wird. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung. Der frühere britische Außenminister und bekennender Brexit-Befürworter ist für seine robusten Umgangsformen bekannt. Mit Blick auf die innen- und vor allem auf die außenpolitischen Probleme, mit denen sich Großbritannien aktuell konfrontiert sieht, stellt sich für viele die Frage, wie sich Johnson im Falle seiner Wahl im Amt des britischen Premierministers bewähren wird. Eine gewisse Nervosität dürfte daher diesbezüglich auch im Britischen Pfund (GBP) herrschen.

Für den Euro wird es dann spätestens am Donnerstag (25.07.) spannend. Die EZB gibt ihre Entscheidung über den Zinssatz bekannt. Mit einer Zinssenkung jetzt auf der Juli-Sitzung ist zwar nicht unbedingt zu rechnen, dennoch ist eine erhöhte Aufmerksamkeit angebracht. Womöglich lassen sich in den begleitenden Aussagen weitere Anzeichen für eine Lockerung der Geldpolitik der EZB finden. Die Qualität der Preis- und Konjunkturdaten steht seit den letzten Aussagen des EZB-Präsidenten Draghi ja besonders im Fokus. Draghi hatte die Märkte im Juni mit Aussagen überrascht, wonach die EZB eine weitere Lockerung der Geldpolitik vornehmen könnte, sollte dieses notwendig werden. Zuvor stehen aber am morgigen Mittwoch (24.07.) mit den Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und für das verarbeitende Gewerbe wichtige Konjunkturdaten für die Eurozone an.

Der eigentlich wichtige Termin ist aber der 31.07. Die US-Notenbank FED wird an diesem Tag ihre Leitzinsentscheidung bekannt geben. Die Erwartungen der Finanzmärkte sind eindeutig. Alles andere als eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte wäre eine Überraschung und eine herbe Enttäuschung. Doch die Spekulationen gehen noch weiter und schießen ins Kraut. Über eine Leitzinssenkung um satte 50 Basispunkte wird hierbei genauso spekuliert, wie über den Beginn einer Reihe von Leitzinssenkungen. Wir hatten es aber bereits an anderer Stelle thematisiert: Die jüngsten US-amerikanischen Preis- und Konjunkturdaten lassen unserer Meinung nach nicht unbedingt die Notwendigkeit eines gravierenden Kurswechsels durch die FED erkennen.

Schauen wir uns noch kurz EUR/USD und GBP/USD unter charttechnischen Aspekten an. Bei EUR/USD steht aktuell die Unterstützung bei 1,12 im Feuer. Sollte der Euro unter die 1,12 US-Dollar abtauchen, ist eine Fortsetzung der Bewegung in Richtung des letzten Verlaufstiefs (knapp oberhalb von 1,11 US-Dollar) nicht ausgeschlossen.

Das Britische Pfund markierte bereits kürzlich ein neues Verlaufstief unterhalb von 1,24 GBP. Anschließend konnte sich das Pfund zwar etwas erholen, doch überzeugend ist das Ganze noch nicht. Mit Blick auf den intakten Abwärtstrend ist ein erneuter Test der Tiefs unserer Meinung nach nicht ausgeschlossen.

 

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